Ausstellung in der Stadtbibliothek in Minden vom 12.04.2010- 07.05.2010

Tschernobyl: "Eine der schlimmsten Katastrophen aller Zeiten"

Ausstellung in der Stadtbibliothek Minden dokumentiert bis zum 7. Mai die jahrelange Hilfe für Kinder aus Tschernobyl

 

Minden (mt/ani). Eine Ausstellung in der Stadtbibliothek erinnert an die Katastrophe von Tschernobyl. Dort ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk als Folge einer Kernschmelze eine Explosion im Kernreaktor. Sie gilt als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten.

 

Die Mindener Tschernobylkinderhilfe zeigt in einer Ausstellung in der Stadtbibliothek, wie sie durch ihr Hilfsprojekt mehr als 300 Tschernobylkindern und ihren Familien helfen konnte. Vereine und Ortsgruppen, die Kinder aus den radioaktiv belasteten Zonen Weißrusslands und der Ukraine zur Erholung nach Deutschland einladen, haben sich in den Jahren nach dem Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl in vielen Orten und Städten Deutschlands gegründet, sodass ein regelrechtes Netzwerk der Initiativen entstanden ist.


Auch wenn mancherorts die Tschernobyl-Initiativen ihre Arbeit inzwischen eingestellt haben - "die Mindener Tschernobylkinderhilfe ist kein Auslaufprojekt", so die Organisatoren.

Die Mindener Tschernobylkinderhilfe wurde als eine der in der Region ansässigen Ortsgruppen im Jahre 2003 an der Mindener Waldorfschule von den dortigen Lehrkräften Hartmut Karge und Karla Hoppe ins Leben gerufen. Inzwischen ist daraus ein eigenständiger Verein geworden, der in diesem Sommer wieder eine große Kindergruppe aus Belarus (Weißrussland) einladen wird.

Die Ausstellung informiert über die Hintergründe und Folgen der Reaktor-Katastrophe. Vor allem aber zeigt sie in Wort und Bild, welches schwere Schicksal einige der Tschernobylkinder getroffen hat und mit welchen Maßnahmen die eingeladenen jungen Gäste aus Belarus sich in Minden und Umgebung erholen konnten.

Hartmut Karge: "Das Schlimmste, was wir in den vergangenen Jahren erleben mussten, sind die Fälle, wo eingeladene Kinder nicht kommen konnten und der Busplatz leer blieb, weil das Kind inzwischen an "Tschernobyl-AIDS" verstorben waren. So werden die strahlenbedingten Krankheiten wie Knochenkrebs, Schilddrüsenkrebs und Leukämie von der einheimischen Bevölkerung genannt."

Im letzten Jahr ist wieder ein Kind so schwer erkrankt, dass es die Einladung nicht annehmen konnte. Aber den meisten Tschernobylkindern bleibt glücklicherweise ein solches schweres Schicksal erspart.

Die Ausstellung soll dazu dienen, dass Tschernobyl und seine Folgen und das Schicksal der betroffenen Menschen nicht aus dem Bewusstsein der nachwachsenden Generation verschwinden. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Minden bis zum 7. Mai zu besichtigen.

Quelle: Mindener Tageblatt