Erfahrungsberichte unserer Gasteltern aus dem Sommeraufenthalt 2010

 

Ferienaufenthalt von Irina Waschuk bei Familie Schülke.

 

Nach einem Jahr Pause haben wir „unsere“ Irina wieder zu uns eingeladen. Aus dem zwölfjährigen Mädchen von vor zwei Jahren ist eine hübsche kleine Dame geworden.

Sie ist im Juni 2010 vierzehn Jahre alt geworden und wir hatten schon ein wenig Bedenken, ob sie sich, jetzt in der Pubertät befindet, ein bisschen „zickig“ benehmen würde. Aber nein, sie hat ihr sonniges Gemüt behalten und fand alles, woran sie teilnahm immer >>super<<. Sie will auch immer alles mitmachen, zureden müssen wir ihr nicht.

In ihrer Schule in Belarus nimmt sie schon seit Jahren am Deutschunterricht teil. Wir waren überrascht, wie gut sie sich sprachlich weiterentwickelt hat und dass wir jetzt schon gut miteinander kommunizieren können. Das Wetter im Juli war dazu angetan, mit den Kindern möglichst jeden Tag ins Freibad zu gehen. Irina und ihre Freundinnen Lisa und Sveta von Familie Grossklags sind wahre Wasserratten. Die große Rutsche im Porta-Bad hatte es ihnen besonders angetan.

Ein besonderes Erlebnis für Irina war die Fahrt mit Familie Rust an die Ostsee. Ihr Bruder Roman war Ferienkind bei Familie Rust in Minden. Beide Kinder waren noch nie irgendwo an der See, also war das schon etwas Besonderes.

Ihr jedoch das richtige Mittagessen vorzusetzen war nicht ganz einfach. Suppen, Eintopf, Kartoffeln mit Fleisch und Soße war kein Problem, aber mit Salaten oder gar mit Gemüse tut sie sich schwer. Sie will es nicht einmal probieren. Es wäre doch gerade für sie so gesund. Frühstücken mit Ei und Nutella und Abendbrot mit Brot, Butter, WurstKäse und Schinken war ok..

Nach jedem Essen bedankt sich Irina und geht in ihr Zimmer. Sie kann sich gut beschäftigen, liest mitgebrachte Bücher oder zeichnet und malt etwas. Es ist also so, dass wir uns nicht ständig mit ihr befassen müssen, sondern jeder noch seinen Freiraum hat.

Weil es uns mit ihr wieder so gut gefallen hat, laden wir Irina gerne wieder für das Jahr 2011 zu uns ein. Das alle Kinder, die an der Kanufahrt auf der Weser und vor allem bei der Draisinenfahrt bei diesen hohen Temperaturen so gut durchgehalten haben verdanken sie und alle, die noch dabei waren, der hervorragenden Organisation von Heiko Wulbrandt und seinem Familienteam.

Gut war auch die Anwesenheit der beiden Rotkreuzler, die sich um kleine Blessuren und Stiche von „Bremsen“ kümmerten. Ausser einer Zahnbehandlung brauchte während der 3 Wochen kein weiterer Arzt konsultiert werden. Das sollte alten und neuen Gasteltern Mut machen, wieder Kinder aus Belarus einzuladen.

 

Hagen Schülke Porta Westfalica, 26.07.2010

 

 

Yaroslav, 8 Jahre

 

Für uns war es dieses Jahr das erste Mal, das wir ein Gastkind

 

aufgenommen haben.

 

Yaroslav, 8 Jahre.

 

Wir haben uns ziemlich viele Gedanken wegen der

 

Verständigung

 

gemacht, da wir kein Wort Russisch sprechen, aber auch das

 

klappt wunderbar mit Händen und Füssen. Nach 2 Tagen

 

haben

 

wir gemerkt, Yaroslav kann jedes Jahr (wenn möglich) wieder

 

in

 

unsere Familie kommen. Es waren 3 ganz tolle Wochen, die viel

 

zu schnell rumgingen. Ausserdem, Hut ab, vor dem Vorstand,

 

die eine Menge Zeit, Energie und Arbeit in diese Sache stecken.

 

Katrin u.Peter Schrader

 

Zum sechsten und zum vierten mal haben wir Lilia und Dascha eingeladen. Das bedeutete u.a. wir wußten so in etwa, was auf uns zukommen würde und freuten uns auf die beiden Mädchen die wir im Laufe der letzten Jahre in unser Herz geschlossen haben.
Und genau so begannen die Ferien auch. Bei uns Zuhause angekommen ging es hoch ins Zimmer, die Dusche lief und nach ca. einer Stunde standen die Mädchen frisch gestylt wieder vor uns - beladen mit Gastgeschenken. Manche waren selber gebastelt über die wir uns besonders freuen. Jedes Jahr erklären wir den Mädchen, dass ihre Geschenke viel zu viele sind - wir reden vor eine Wand. Wie in den Jahren zuvor gibt es dann Kuchen und nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf wird gegrillt, das mögen sie besonders gerne!  So gestaltet sich seit Jahren der erste Tag.
Anders als in den vergangenen Jahren erlebten wir Lilia als selbstbewußtes 17jähriges Mädchen, die wußte was sie wollte und was nicht. Die Ferien gestalteten sich sehr aktiv, Die Fahrräder standen am Nachmittag nicht still und regelmäßig ging es ins Sommerbad - Lilia hatte vor 3 Jahren das Schwimmen bei uns erlernt und war nun so sicher, dass sie selbständig mit Dascha (einer Sportskanone) ins Freibad gehen konnte. Die Stadt wurde mehrmals besucht und das Taschengeld für Einkäufe für die ganze Familie verplant.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch in Münster mit seinem Schloss und dem Dom. Obwohl die beiden Mädchen schon viel mit uns gesehen haben sie sind immer wieder zu begeistern für neue Dinge und interessieren sich sehr für die Sehenswürdigkeiten unseres Landes.
Besonders viel Aufregung war da, als unsere Mädchen bei einem Dreh für`s ZDF die Hauptpersonen waren und für einen ganzen Tag im Mittelpunkt standen und auf viele Fragen Antworten finden mußten. Sie waren aber auch mächtig stolz, dass sie das so gut gemeistert haben und haben dann am Abend sofort ihren Eltern von diesem Erlebnis berichtet.
Und so war es auch kein Problem für die Mädchen und uns, dass nach 2,5 Wochen ein drittes Mädchen bei uns einzog, die in zwei anderen Gastfamilien Probleme hatte bzw. machte. Veronica hat am ersten Tag sofort verbindliche Absprachen mit uns treffen müssen und auch, wenn es manchmal so schien als müsse sie sich sehr anstrengen um diese einzuhalten, sie hat es geschafft!!!  Lilia und Dascha haben ihr eine Chance gegeben genauso wie wir auch und Veronica hat sie genutzt.
Wir haben viel miteinander gelacht und gespielt, über die Familien gesprochen und Lilia hat mir verraten, dass wir ihr mehr bedeuten als nur eine Gastfamilie und sagte: Ihr seid mein Zuhause in Deutschland und Du bist nicht nur meine malinki nimirski Mama (kleine deutsche) sondern meine große deutsche Mama (ihre eigene Mutter starb kurz vor ihrem ersten Aufenthalt bei uns).
So gab es wie in jedem Jahr dann auch wieder einen sehr emotionalen Abschied aber mit der Gewissheit, dass wir uns am 3.07.11 in Minden wiedersehen und vielleicht auch im nächsten Früghjahr in Belarus


Gabriele Erzigkeit