Erfahrungsberichte unserer Gasteltern aus dem Sommeraufenthalt 2004

Unsere Zeit mit Olga Kusik

Lange vor ihrer Ankunft war Olga bei uns schon Gesprächsthema.Was wollen wir mit ihr unternehmen,vertragen sich die Kinder,wird sie sich bei uns wohl fühlen und wo soll sie überhaupt schlafen?Da wir bis zum Tag der Ankunft nicht wussten ,wie unser Gastkind wohl heißt,haben wir beschlossen,sie Olga zu nennen(das Wort Tschernobylkind war uns zu lang).Um so größer war die Überraschung und der Spaß,als wir am Sonntag,am Tag der Ankunft,feststellen durften,dass unser Gastkind tatsächlich Olga heißt.

Die ersten Minuten nach der Ankunft waren sehr spannend.Olga wurde aufgerufen und stand schon gleich vor uns mit den Worten:“Ich heiße Olga“.Die Reaktion meiner Kinder:“Die kann ja Deutsch.“

Zuhause angekommen,zeigten wir ihr ihr Zimmer ,was sie sichtlich erfreute. Sie hatte eine kleine Reisetasche dabei,aus der sie allerlei Geschenke hervorholte.Auch wir hatten eine Kleinigkeit besorgt, um „das erste Eis zu brechen“.Nach einem kleinen Imbiss wurde sie sehr traurig und legte sich schlafen.Abends hat Olga zuhause angerufen.

Wir hatten sehr viele lustige Momente,die sich aus dem wilden Gestikulieren bei der Verständigung ergaben.Die Vokabelliste haben wir fast gar nicht benutzt.Ansonsten haben wir festgestellt,wie sehr sich Sprache reduzieren kann,um sich verständlich zu machen.Unsere Kinder haben sich ganz prima mit Olga verstanden und haben schön zusammen gespielt.Besonders gefallen hat ihr der Besuch im Potts Park.

In der zweiten Woche rückte sie damit heraus ,dass ihre Mutter darum bittet ,mit ihr zum Zahnarzt zu gehen.Ich habe mich sofort darum gekümmert.Wir mussten insgesammt zu fünf Behandlungen.

In den ersten zwei Wochen hatte Olga manchmal starkes Heimweh.Wir haben sie dann zuhause anrufen lassen.Ihre Mutter konnte ihr jedes Mal ganz prima helfen,so dass es nach jedem Telefonat ein wenig besser ging.

In der letzten Woche lebte sie sichtlich auf.Wir hatten alle Zahnarzttermine hinter uns und die Heimat rückte näher.Olga wurde sehr ausgelassen und hatte allerlei Unfug angestellt,wobei unsere Tochter sich auch nicht lange bitten ließ.So mussten wir in den letzten zwei Tagen öfter mal ein Machtwort mit den beiden sprechen.Auf jeden Fall haben wir Olga sehr lieb gewonnen.

Wir freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr

Barbara Homeier und Familie